Mikroinvasives Operieren


Unter dem Begriff "Mikroinvasive Chirurgie" versteht man das Prinzip operativer Eingriffe über sehr kleine Zugänge. Das Eindringen ("Invasion") in den Körper hinterläßt nur geringe Spuren ("mikro"). Da keine großen Schnitte vorgenommen werden, erholt man sich von solchen Eingriffen in der Regel schnell. Die resultierenden Narben fallen später kaum auf.
Möglich geworden ist die Mikroinvasive Chirurgie durch die Entwicklung neuer hochleistungsfähiger Optiken und Instrumente, die über meist nur schmale Hülsen in den Körper eingeführt werden und den Einsatz von hochauflösenden Monitoren. Der Operateur kontrolliert seine Arbeit über den Monitor am Operationstisch.


Es leuchtet ein, daß zur qualifizierten Ausführung mikroinvasiver Operationen große Erfahrung, manuelles Geschick und permanente Übung gehören. Ebenso selbstverständlich ist, daß eine fundierte Kenntnis in der klassischen Operationstechnik wichtige Voraussetzung für die Ausführung der mikroinvasiven Chirurgie ist.


Die Prinzipien der mikroinvasiven Chirurgie kommen  auf allen Gebieten der operativen Frauenheilkunde zum Tragen und gehören  zum fest etablierten operativen Spektrum. Teilweise haben sie die klassischen ("alten") Verfahren weitgehend ersetzt: etwa die Operationen im Inneren der Gebärmutter im Rahmen der Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) und Eingriffe an der äußeren Schicht der Gebärmutter, an Eierstöcken und Eileitern, am Bauchfell und anderen inneren Organen im Rahmen der Pelviskopie oder Laparoskopie (Bauchspiegelung). Auch die Entfernung der Gebärmutter in mikroinvasiver Technik ist heute die Regel.


Beispiel zum mikroinvasiven Operieren: Entfernung einer Eierstockszyste


      

vor dem Eingriff: hinter der Gebärmutter (oben, rot) liegt die Eierstockszyste (weißlich)


nach dem Eingriff: die Zyste ist komplett entfernt